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  • Portrait des pfälzischen Kurfürsten Friedrich II (Regierungszeit 1544-1556), Öl/ Holz, wahrscheinlich
    Wappen von Kurfürst Friedrich II, nach 1544

    Verspottung der Justiz
    Künstler unbekannt, eventuell Hanns Kannl-Paldung - Öl/Holz, wahrscheinlich Amberg, um 1588/89, Leihgabe des Bayerischen Nationalmuseums München.
    Die Amberger Bürgerschaft lehnt sich auf gegen die langsame Arbeitsweise der kurpfälzischen Regierung. Dargestellt ist eine lebhafte Szene mit sechzehn Personen, die sich vor der kurfürstlichen Regierungskanzlei in Amberg abspielt.

    Zwei Exponate schildern die Spannungen zwischen den Bürgern und der Regierung während des Aufstandes 1592:

    Darstellung des Auflaufes zu Amberg 1592
    Kupferstich, wahrscheinlich Amberg, um 1592-1600
    Das sog. Amberger Lärmen bildet den Höhepunkt in den konfessionellen Auseinandersetzungen zwischen der calvinistischen pfälzischen Regierung und der evangelischen Stadt Amberg.

    Im anschliessenden Bereich erfährt der Besucher, dass die Beziehungen zwischen Kurfürst und den Bewohnern der Stadt oftmals getrübt waren. Mehrfach gab es, meist aus konfessionellen Gründen, scharfe und sogar blutige Auseinandersetzungen. Diese Ereignisse sind als Amberger Aufruhr (1452-54) und Amberger Lärmen (1592/97) in die Geschichte eingegangen.

    Der Werkstoff Eisen wurde aber nicht nur zur Herstellung von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen des Alltags benötigt, sondern besonders als Material zur Fertigung von Waffen und Rüstungen. Ausgestellt sind Erzeugnisse des 15.-17. Jhs. aus Schmiedeeisen oder verarbeiteten Eisenblechen wie Werkzeuge, Ziergegenstände, eine Eisentüre, eine Truhe aus Eisenblechen und ein Bidenhander (16. Jh.).

    In einem gesonderten Bereich kann sich der Besucher über das Thema "Erz- und Eisenhandel - Reichtum der Stadt" informieren. Große Eisenerzlagerstätten, Eisenverhüttung und der Handel mit Eisen in Stabform sind die wichtigsten Wirtschaftszweige Ambergs im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Die Oberpfalz gilt als das europäische Eisenzentrum. Der Handel mit Eisen bringt Wohlstand für Ambergs Bürgerschaft. Die Lage der Stadt an der schiffbaren Vils begünstigt den Handel, denn der Fluß stellt die direkte Verbindung zum Fernhandel auf der Donau her. Als Gegenfracht werden Salz und Getreide transportiert.

    Im Mittelpunkt steht das größte Fest in kur­pfälzischer Zeit: die Amberger Hochzeit. Pfalzgraf Philipp feiert im Februar 1474 in Amberg die Vermählung mit Margarete, der Tochter Herzog Ludwigs IX. des Reichen von Bayern - Landshut. Geschildert wird der Ablauf des Festes, welche edlen Gäste geladen waren, was und wie viel gegessen und getrunken wurde, außerdem, dass die Turniere genauso wichtig waren wie die Bankette und Tanzvergnügen.

    In einer Sequenz wird besonders auf die Kurfürsten eingegangen, die für Amberg große Bedeutung haben, wie z. B. Friedrich II. Er ist ab 1535 Statthalter in Amberg. 1544-47 lässt er die kurfürstliche Regierungskanzlei errichten, das bedeutendste Bauwerk der Renaissance in Amberg. 1533 gründet er die Zinnblech-Handelsgesellschaft in Amberg.

    Vorgestellt wird die Ahnenreihe der Pfälzer Kurfürsten. Der Besucher soll in diese Zeit versetzt werden. Er erfährt was "Kur" bedeutet und bekommt einen Einblick in die fürstlichen Pflichten und Aufgaben. Mit ausgewählten Funden wird die Wohn- und Lebenssituation im Schloss nachvollzogen.

    Im 12. Jahrhundert steigt Heidelberg zum Zentralort auf. Die Stadt wird der Regierungssitz des Kurfürsten. In Amberg residiert als Vertreter des Kurfürsten ein Statthalter. Diese Funktion kommt gewöhnlich dem erstgeborenen Sohn, dem "Pfalzgrawen", zu. Er bleibt solange in Amberg, bis er den Vater als Kurfürst beerbt. Dann siedelt er nach Heidelberg über.

    Die jungen Pfalzgrafen leben meist mehrere Jahre in Amberg. Manche heiraten hier und verbringen die ersten Ehejahre in dieser Stadt. In Amberg werden zahlreiche pfälzische Kurprinzen und -prinzessinnen geboren, darunter sogar spätere Könige wie z. B. Ruprecht III. (1352 -1410, ab 1400 röm.-deutscher König Ruprecht I.) und Friedrich V. (1620-21 König von Böhmen).

    Das Thema "Amberg und die Kurfürsten" bildet den zweiten inhaltlichen Schwerpunkt dieser Abteilung.

    Der Gruppe von sieben Kurfürsten im Reich (drei geistliche Erzbischöfe und vier weltliche Fürsten) kommt ab dem 13. Jh. das Vorrecht zu, den König zu wählen (Kur = Wahl). Sie sind die höchsten Fürsten im Reich, wobei der pfälzische Kurfürst an oberster Stelle steht. Er ist der Vertreter des Königs. Als mächtigste und einflussreichste Fürsten sind sie Inhaber von Erzämtern (alte Hofämter bei der Königskrönung). Der pfälzische Kurfürst bekleidet das Erztuchseßamt, d. h. er ist der Befehlshaber der Küche und der Hofhaltung. Als Zeichen dafür wird der pfälzische Kurfürst mit drei Schlüsseln in den Händen dargestellt. Die Kurpfalz bildet kein geschlossenes Herrschaftsgebiet. Sie besteht aus zwei Teilen, der Unteren Pfalz entlang des Rheins und Neckars mit dem Zentrum Heidelberg und der Oberen Pfalz mit der Stadt Amberg.