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  • Werbeschild der Firma, Email, um 1900

    In der Abteilung "Amberger Emailwaren" werden Firmengeschichte, Herstellung, Entwicklung und Dekorverfahren sowie die Verwendung von emaillierten Blechwaren in Haushalt, Vorratskammer, Großküche und Labor dokumentiert.

    Die Formenvielfalt vom Kochtopf bis zum Nachttopf kann der Besucher an den über 500 Exponaten nachvollziehen. Die Abteilung versteht sich als Beitrag zur Geschichte des Emailgeschirrs, aber auch zur Sozial- und Industriegeschichte Ambergs.

    Ab 1880 erobern mehr und mehr emaillierte Küchengeräte und Geschirre den Markt. Sie sind säurefest, farbecht und pflegeleicht. Emailgeschirr wird als "Revolution im Haushalt" gefeiert und verdrängt die zerbrechlichen Töpferwaren, teuren Kupferpfannen und rostenden Eisenkessel.

    In Ambergs Industriegeschichte ist das sich wandelnde Verbraucherverhalten "weg vom Steingut, hin zum Email" deutlich abzulesen. Während die Steingutfabrik Eduard Kick 1911 wegen Absatzschwierigkeiten schließen muss, hat die Firma Baumann ihre Blütezeit 1900 - 1914.

    Die industrielle Fertigung eines Emailtopfes in den einzelnen Arbeitsschritten, von der flachen Blechtafel bis zum emaillierten Gefäß, wird detailliert aufgezeigt. Außerdem kann der Besucher in einem Videofilm die Produktionsabläufe in der ehemaligen Firma Baumann nachvollziehen.

    In den Anfangszeiten der Emailwarenproduktion werden die Gegenstände nur in den Farben Kobaltblau und Weiß hergestellt. In den 80er Jahren des 19. Jhs. kommen die Emailfarben Grau und Braun hinzu. Die umfangreiche Farbpalette wächst bis 1894 noch an und bleibt nun, mit geringen Abweichungen, unverändert bis zum 2. Weltkrieg.
    Danach wird die Vielfalt reduziert auf die Farben Weiß, Braun, Schwarz und Graugesprenkelt. Seit Ende der 50er Jahre werden die Kochgeschirre im Warenkatalog in den "modernen, bunten Farben" Rot, Hellgelb, Hellblau und Kräftig-Blau angepriesen.

    In weiteren Vitrinen sind die unterschiedlichen Verzier- und Dekortechniken, von der Handmalerei bis zum Abziehbild, aufgezeigt. Der Besucher kann anhand der ausgestellten Objekte nachvollziehen wie Farbgebung und Dekore der Geschirre innerhalb von 100 Jahren den wechselnden Moden angepasst wurden.

    Bis zum 2. Weltkrieg gibt es einen fast unüberschaubaren Formenreichtum an Emailwaren. Jede Speise, jede Küchenarbeit gelangt zu eigenen Gerätschaften. Den Hauptanteil machen Geschirre und Geräte zur Speisenbereitung im privaten Haushalt und in der Großküche aus. Ferner findet man in den Warenkatalogen ein reichhaltiges Angebot an Tafelgeschirren, an Hygiene- und Sanitärartikeln. Aber auch Badewannen, Klosetts sowie Eisschränke und Kochherde stellt die Firma her.
    Nach 1950 wird die Formenvielfalt eingeschränkt. Man konzentriert sich auf die Produktion von Kochgeschirren und Artikeln für den Labor- und Sanitärbereich. Teller, Tassen, Nachttöpfe, Eisschränke, Kochherde, Klosetts und Waschgeschirre sind nicht mehr im Angebot.

    Einen aufrecht stehenden Löwen, der sich mit seiner vorderen Pranke auf eine Kanne stützt, die den Buchstaben "B" trägt, lassen die Baumann-Brüder 1880 als Schutzmarke ihrer Waren beim Landgericht Amberg eintragen. Die Löwenmarke wird am Boden der Emailgeschirre mittels Schablonen aufgetragen.