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  • Die rekonstruierte Zahnarztpraxis von Martin Dorner, Zustand um 1880-1900

    Zahnarztpraxis und Apotheke - Aspekte des Gesundheitswesens

    Die Zahnarztpraxis von Martin Dorner
    Der Dentist Martin Dorner betreibt in seinem Haus, Schlichtweg 204 in Vilseck, ab 1913 eine zahnärztliche Praxis. Bereits sein Vater und Großvater waren Bader in Vilseck. Der Sohn von Martin Dorner führt nach dem Tod des Vaters die Praxis weiter bis zum Jahr 1998. Unterhielt der Großvater noch eine Praxis als Bader, so besaß der Sohn eine Ausbildung als Dentist, dessen Sohn Erwin hatte bereits eine akademische Ausbildung zum Zahnarzt. Rekonstruiert ist der Zustand der Zahnarztpraxis um 1900-1920.

    Im 19. Jh. prägen Plüsch, Blumensträuße, Zierdecken und Tapeten das Erscheinungsbild von Behandlungsräumen. Mit dem technischen Fortschritt wird um 1900 das Handwerkszeug des Dentisten durch präzisere technische Instrumente abgelöst. Auf Hygiene und Funktionalität der Ausstattung wird von nun an großer Wert gelegt. Der Behandlungsstuhl, die Fußtretbohrmaschine und das Standspeibecken stammen aus der Zeit um 1875-1900.

    Die elektrische Bohrmaschine (6000 Umdrehungen/Min.) aus der Zeit um 1913 ist eine wesentliche Verbesserung für die Patienten gegenüber der handbetriebenen Tretbohrmaschine (2000 Umdrehungen/Min.). Die heutigen Bohrmaschinen haben eine Leistung von 300 000 Umdrehungen/Min. Die Instrumente zur Zahn- und Gebissherstellung stammen aus der Zeit um 1900-1930.

    Die Adler-Apotheke
    2008 hat das Stadtmuseum ein großzügiges Geschenk bekommen. Die komplette Einrichtung der Adler-Apotheke (1875-85) aus der Georgenstraße 16 und die Teile der Offizin aus der Oberen Apotheke (aus der Zeit um 1750), Georgenstr. 20, wurden dem Museum übergeben. Die letzte Einrichtung der Adler-Apotheke ist in der Abteilung "Aspekte des Gesundheitswesens" maßgetreu so aufgestellt wie sie den Kunden in Amberg vertraut war. Die Teile aus der Oberen Apotheke werden im Museumsfoyer gezeigt.

    Die Ladeneinrichtung der Adler-Apotheke Amberg,
    Georgenstraße 16

    Eichen-, Fichten- und Kiefernholz, Einrichtung im originalen Zustand erhalten, um 1875-85, bis zur Schließung am 25.12.2007 in Benutzung. Die Standgefäße aus Glas und Porzellan stammen z. T. aus der Adler-Apotheke, z. T. aus der Engel-Apotheke, bzw. Sonnenapotheke in Regensburg. Die Einrichtung entspricht den Erfordernissen der Zeit um 1875-1900.Eingefasst ist der Raum von eingebauten Repositorien. Ihr unterer Teil enthält Schubladen für getrocknete Arzneimittel. In den Regalen darüber befinden sich Standgefäße aus Glas und Porzellan, getrennt nach Flüssigkeiten (enghalsig) und trockenen Stoffen (weithalsig). Alle Gefäße sind beschriftet. Die Ordnung erfolgt innerhalb jeder Flaschengröße nach dem Abc. Die Vielfalt der alten Standgefäße vervollständigt den Eindruck der historischen Apothekenausstattung.

    Bis um 1900 wird noch eine große Anzahl der Arzneien vom Apotheker selbst nach Rezept gemischt. Erst im Laufe des 20. Jhs. bezieht man immer mehr industriell gefertigte Medikamente von pharmazeutischen Fabriken. Die Fertigprodukte verdrängen die alten Glas- und Porzellanstandgefäße aus den Regalen. Seit den 1990er Jahren bis zur Schließung der Apotheke standen in den Regalen fast nur die in Pappschachteln und Kunststoffdosen abgepackten Medikamente.

    Apotheken Offizin aus der ehemaligen Oberen Apotheke Amberg, Georgenstraße 20 (aufgestellt im Museumsfoyer)
    Teile einer Apothekeneinrichtung übernommen aus der Materialkammer der Adler-Apotheke, Amberg, Georgenstraße 16. Nadelholz (vermutlich Fichte) und Eiche, farbig gefasst, Schrankteile mit Schubladen und der Rezepturtisch um 1739-50, Regalaufbauten wohl 19. Jh. Alle Schubladen trugen ursprünglich kunstvoll farbig aufgemalte Inhaltsbezeichnungen und waren in grün und beige marmoriert. Die Beschriftungen wurden entsprechend neuer Arzneimittelverordnungen immer wieder übermalt, bzw. mit Schablonenschriftetiketten überklebt.

    Es handelt sich um die ältere der beiden Ladeneinrichtungen der Adler-Apotheke, die sich bis Dezember 2007 in der Georgenstraße 16 befanden. Diese Einrichtung wurde im 18. Jh. gefertigt für die Obere Apotheke in der Georgenstraße 20. Sie wurde um 1815 in das Haus der Adler-Apotheke umgezogen, als man die Apotheke dorthin verlagerte.

    In der 1. Hälfte des 19. Jhs. war sie wohl die Einrichtung des Verkaufsraumes der Adler-Apotheke. Nachdem dieser um 1875-85 eine neue Ausstattung bekam, musste sie weichen und wurde in den dahinter liegenden Raum (Materialkammer) umgesetzt. Die Einrichtungsteile dienten dort bis zur Schließung der Apotheke als Arzneimittellager.

    Im Gegensatz zum heutigen Verkaufsraum einer Apotheke war der Offizinbereich (lat. officina = Werkstatt) bis zum Ende des 18. Jhs. für den Kunden nicht zugänglich. Er gab das vom Arzt ausgestellte Rezept durch das "Verkaufsfenster" dem Apotheker. Dieser mischte in der Offizin die Arznei und verkaufte sie durch das Fenster an den Kunden. Der Tisch war keine Verkaufstheke, sondern ein Rezepturtisch, an dem die Arzneien zubereitet wurden. Obwohl der Kunde den Raum nicht betreten durfte, konnte er doch die Einrichtung der Offizin sehen. Diese hatte meist eine besonders schöne und repräsentative Ausstattung. Erst im 19. Jh. werden Abgabe- und Wartebereich in die Offizin hinein verlagert. Neben einem Rezepturtisch gibt es dann zusätzlich eine Verkaufstheke für den Kunden.

    Die Offizin wird zum Verkaufsraum.
    Bei dieser Apothekeneinrichtung dürfte es sich um eine der ältesten Stadtapotheken in Bayern handeln.