Nabburger Tor von Westen aus, Öl/Holz, sig. und dat.: Hans B. Brand, München, 1910
Die Kirche St. Martin, Öl/Leinwand, sig. und dat.: Franz Seraph Stigler, 1902

Ansichtssache - Das Bild der Stadt

Mit über 100 Objekten wird dem Besucher das Aussehen der Stadt und ihr Wandel vom Mittelalter bis ins 20. Jh. vorgestellt. Vor dem Rundgang durch die Abteilung kann er sich mit Hilfe des Videofilms "Amberg, Bilderbogen einer liebenswerten Stadt" über Geschichte, Aussehen und Besonderheiten informieren.

Der erste Ausstellungsbereich behandelt das Thema Stadtmauer. Die weitgehend erhaltene, mittelalterliche Stadt- und Zwingermauer, zahlreiche Mauertürme und die Stadttore verleihen der Amberger Altstadt heute noch ein Bild großer Geschlossenheit. Im 16. Jh. wird die kurfürstliche Haupt- und Regierungsstadt der Oberpfalz als die "festeste" unter den Fürstenstädten im Reich bezeichnet.

Die älteste Befestigung dürfte in das 12. Jh. zurückreichen. 1326 wird mit der Anlage der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung begonnen, die die Georgsvorstadt und das Spital mit in den Mauerring aufnimmt. Dabei entsteht die unverwechselbare Ovalform, von den Ambergern liebevoll "Ei" genannt. Die fünf Tore, Nabburger-, Ziegel-, Vils-, Georgen- und Wingershofer Tor, lassen sich bereits im 14. Jh. nachweisen. Unter Kurfürst Ludwig VI. (reg. 1576-1583) werden die Tore z. T. mit Aufbauten und Vorbauten verstärkt. Das Georgentor wird im 17. Jh. wegen des Baus des Jesuitenkollegs abgetragen und durch das weiter südöstlich gelegene Neutor ersetzt. Dies wird um 1870 ebenfalls abgebrochen. Im 17. Jh. entsteht die barocke Fortifikationsanlage, die Ende des 18. Jhs. beseitigt und z. T. in einen Alleengürtel umgewandelt wird.
Die Stadtmauer mit der Zwingermauer, den vielen Türmen und Stadttoren ist ein beliebtes Motiv für Künstler und Fotografen.

Andachtsbildchen aus der Wallfahrtskirche Mariahilf, um 1880

Ausgestellt sind Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem 19. /20. Jh.

Ein Bauwerk prägt das Stadtbild: die über der Stadt auf dem Berg gelegene Wallfahrtskirche Maria-Hilf. Während der Pest von 1634 geloben die Bürger eine Kapelle zu erbauen. Ab 1697 wird anstelle der Kapelle der heutige Kirchenbau errichtet. 1716/17 fertigt C. D. Asam die Deckenfresken. Ausgestellt sind Ansichten der Kirche, Votivbilder, Andachtsbildchen und Devotionalien von der Wallfahrt.

Ein besonderer Schwerpunkt dieser Abteilung behandelt das Thema "Amberg im 19. Jahrhundert - eine neue Zeit beginnt". 1806 steigt Bayern zum Königreich (1806-1918) auf. Man ist bestrebt, einen einheitlichen, streng zentralistisch geführten Verwaltungsstaat zu bilden. Die Reformen bedeuten große Einschnitte für die Stadt Amberg, die ab 1810 den Rang der Hauptstadt der Oberpfalz an Regensburg verliert.

Wirtschaftlichen Aufschwung erreicht man mit der industriellen Entwicklung im 19. Jh., vor allem durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz 1859.

Bis zur Mitte des 19. Jhs. bleibt die Stadt innerhalb des Mauerringes Zentrum für alle Bereiche des bürgerlichen Lebens. Die erste Fabrik Ambergs, die Gewehrfabrik, zieht 1801 in das ehemalige Münzgebäude ein.
Mit zahlreichen Plänen und Ansichten kann der Besucher diese Entwicklung der Stadt nachvollziehen. 1848 erbaut man das Krankenhaus als erstes bedeutendes öffentliches Gebäude außerhalb des Mauerrings. Für einen Zugang zum neuen Bahnhofsgebäude wird 1859/60 erstmals die Stadtbefestigung durchbrochen. 1870 legt man das Neutor, etwas später die Mauer zwischen Neu- und Wingershofertor nieder. Nach der Mitte des 19. Jhs. entstehen Fabriken und neue Wohnviertel außerhalb der Altstadt. Aus Dörfern und Vororten werden neue Stadt­­teile.

In der Abteilung folgen nun einzelne Aspekte zur Stadtgeschichte wie z. B. "Amberg, die Garnisonsstadt". Ambergs Garnisonsgeschichte geht zurück auf das Jahr 1716.Das Stadtmuseum besitzt mit mehr als 30 Objekten eine umfangreiche Sammlung an Reservistenkrügen aus der Zeit 1896 - 1912.

Eine Besonderheit der Stadt soll nicht unerwähnt bleiben. Nach der Säkularisierung des Franziskanerklosters 1803 bekommt die gotische Kirche eine neue, besondere Funktion. In diese Kirche wird ein Öffnet externen Link in neuem FensterTheater eingebaut, das man am 12. Oktober 1803 eröffnet. Eine Vitrine zeigt Objekte zum Thema "Aus der Kirche wird ein Theater". Neben der Vitrine hängt ein Originalplakat von der Eröffnungsveranstaltung 1803.

Zahlreiche Bilder, Aquarelle und Druckgra­phiken zeigen die Stadt im 19. und 20. Jh. In ausziehbaren Schubfächern gelagert sind zahlreiche Gesamt- und Detailansichten. Der Besucher kann in Ruhe die graphischen Blätter betrachten und sich eine genaue Vorstellung vom Stadtbild Ambergs machen.